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Physiotherapie Bonn und KI in der Praxis: Was die Allimb App auf der Medica 2025 wirklich kann

KI ist in aller Munde. Aber die entscheidende Frage in der Physiotherapie Bonn, in jeder Praxis in NRW und darüber hinaus, lautet: Kann KI den Alltag besser machen, ohne den Therapeuten aus der Behandlung zu drängen? Genau mit dieser Herausforderung beschäftigt sich die Allimb App, vorgestellt auf der Medica 2025.

Allimb ist ein medizinproduktbasiertes Tool, das Physiotherapeuten bei der Erstellung von Trainings- und Behandlungsplänen unterstützt. Der Kern: KI-gestützte Echtzeit-Korrektur von Bewegungen, ergänzt um visuelles und akustisches Feedback. Und gleichzeitig gilt ein klares Versprechen der Gründer: Die App ersetzt keinen Physiotherapeuten, sondern macht die Zusammenarbeit effizienter. Gerade wenn Patienten Übungen zu Hause allein durchführen sollen, ist das spannend.

Table of Contents

Worum es bei Allimb geht: Training korrekt zu Hause

Allimb wurde als Medizinprodukt entwickelt, das Patienten helfen soll, Physiotherapie korrekt zu Hause durchzuführen. Laut den Gründern passiert die Korrektur in Echtzeit und zwar akustisch und visuell, sobald ein Patient typische Fehler macht.

Wichtig ist außerdem die Positionierung: Das System soll Patienten begleiten, aber nicht „allein übernehmen“. Die App ist gedacht als Tool für Physiotherapeuten, damit diese ihre Patientinnen und Patienten besser betreuen können. Nicht nur im Studio, sondern auch in der häuslichen Umsetzung.

Wie die App Fehler erkennt und korrigiert

Das Besondere an Allimb ist die Kombination aus einfacher Bedienung und unmittelbarem Feedback.

1) Kein Technik-Overkill: nur das Handy

Für die Nutzung braucht der Patient nach Aussage der Gründer kein spezielles Sensor-Setup. Er benötigt lediglich sein Handy.

Je nach Situation kann die App entweder mit der Handykamera allein genutzt werden oder mit einem größeren Bildschirm verbunden werden, zum Beispiel mit Computer, iPad oder Fernseher.

2) Visuelles und akustisches Feedback

Während der Patient die Übungen macht, sieht er einerseits eine Anleitung beziehungsweise die Referenzbewegung. Andererseits wird er korrigiert, wenn Abweichungen auftreten.

Das Feedback erfolgt laut Gründerteam zum Beispiel so, dass der Patient visuell Hinweise bekommt (zum Beispiel „gerade bleiben“ bei einer Beugung) und zusätzlich akustisch unterstützt wird.

3) Echtzeit statt Wochenlange Kontrolle

Der Nutzen liegt auf der Hand: Statt erst im nächsten Termin die Ausführung zu besprechen, bekommt der Patient direkt während der Übung Rückmeldung. Genau deshalb sprechen die Gründer von einer Echtzeit-Korrektur.

Usability: Warum die Gründer so stark auf Einfachheit setzen

Viele digitale Gesundheitsprodukte scheitern nicht am Konzept, sondern an der Bedienbarkeit. Allimb adressiert genau dieses Risiko. Laut den Aussagen auf der Medica wurde besonders viel investiert, damit die Nutzung so unkompliziert wie möglich ist.

Die Gründer betonen, dass selbst Menschen im Alter von 65 oder 70 Jahren keine Probleme hätten, das System zu verwenden. Das ist aus mehreren Gründen relevant:

  • Therapie soll zugänglich sein, nicht nur technisch versierte Nutzer überzeugen.
  • Weniger Hürden bedeuten auch weniger Frust und weniger Abbruch.
  • Das erleichtert die Integration in den Praxisalltag.

Wie Trainingspläne und Behandlungspläne erstellt werden

Allimb arbeitet nicht als „reine Patienten-App“, die jede Therapie selbstständig ausspielt. Stattdessen hängt der Planungsprozess davon ab, worum es geht.

Pathologie: Erstellung durch Physiotherapeuten

Sobald es um eine Pathologie geht, muss der Trainings- oder Behandlungsplan laut den Gründer-Aussagen von einem Physiotherapeuten erstellt werden. Hintergrund: Die App ist bewusst nicht als Ersatz für professionelle Diagnose und Therapieentscheidung gedacht.

Prävention: als Benefit in Unternehmen möglich

Im Bereich Prävention wird die Lösung auch als Benefit in Unternehmen genannt. Das zeigt: Es gibt verschiedene Anwendungslogiken, je nachdem, ob es um medizinische Behandlung oder um vorbeugende Bewegung geht.

Industrie 5.0: Mensch und Maschine als Synergie

Die Gründer verweisen explizit auf Industrie 5.0 und das Verständnis von Synergien zwischen Mensch und Maschine. Die Maschine soll im medizinischen Bereich den Menschen nicht ersetzen.

Dieses Leitprinzip ist für viele Therapeutinnen und Therapeuten entscheidend: KI als Unterstützung statt als Konkurrenz.

Was Physiotherapeuten konkret bekommen

Allimb liefert keine „vollständigen“ Diagnosen aus der Ferne. Aber es stellt Daten bereit, die die Zusammenarbeit verbessern.

Laut den Aussagen werden mit dem Physiotherapeuten oder Arzt nur die Eckpunkte der durchgeführten Übungen geteilt. Damit kann der Therapeut sehen, wie genau eine Übung ausgeführt wurde, um sich dann im nächsten Schritt auf die richtigen Schwerpunkte zu konzentrieren.

Das Ziel ist klar: Zeitsparend und zugleich wirkungsvoll. Die Therapeutin oder der Therapeut bleibt im Zentrum der Behandlung.

Stand-alone oder Add-on?

Eine wichtige Abgrenzung: Allimb ist darauf ausgelegt, nicht als komplett autonomes Stand-alone Produkt zu funktionieren, sondern als Add-on in der Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten.

Die Gründer betonen, sie hätten es auch anders zulassen können, aber sie hätten darauf bestanden, dass es nur zusammen mit Physiotherapeuten funktioniert. Das ist auch Teil der Vision: Lösungen dürfen nicht darauf abzielen, den Berufsstand auszuschließen.

Patientenzugang: Laden statt freischalten

Auf die Frage, wie der Zugang für Patienten funktioniert, wurde erklärt: Es gibt eine Lösung, bei der eine Übung zum Testen im Store verfügbar sein kann, um zu zeigen, wie es funktioniert.

Für die medizinische Nutzung, so das Team, konzentriert sich die Zulassung darauf, dass das Tool als kuratives Medizinprodukt durch einen Arzt ausgestellt wird. Das bedeutet praktisch: Für die Therapie ist der medizinische Rahmen und die ärztliche Anbindung ein Teil des Systems.

Damit bleibt die Verantwortung im Behandlungskontext dort, wo sie hingehört.

Mehrsprachigkeit: KI, die nicht an der Sprache scheitert

Auch in der Praxis zählt Alltagstauglichkeit. Allimb ist laut den Aussagen bereits in mehreren Sprachen verfügbar, unter anderem:

  • Deutsch
  • Englisch
  • Italienisch
  • Französisch
  • Arabisch

Gerade bei internationalen Märkten oder bei heterogenen Patientengruppen ist das ein echter Vorteil. Für den Einsatz in verschiedenen Ländern ist es außerdem ein Baustein, um nicht bei der Lokalisierung hängen zu bleiben.

Markteinführung und klinische Schritte

Allimb existiert als Unternehmen laut den Gründer-Aussagen nicht „kurz vor der Medica“, sondern schon deutlich länger. Die Entwicklung habe sehr viel Zeit in Anspruch genommen, unter anderem weil die Gründer sehr perfektionistisch sind.

Als Einstieg für die Marktfähigkeit werden zudem Clinical Trials erwähnt:

  • eine Studie in Italien
  • zwei Studien in der Schweiz

Auch das ist relevant für die Bewertung solcher Technologien: Klinische Tests sind kein „Nice to have“, sondern ein wichtiger Schritt, um die Wirksamkeit im realen Setting zu belegen.

Wo Allimb schon läuft und wo als Nächstes geplant ist

Die nächsten Schritte sind klar nach Regionen geordnet. Das Team nennt mehrere Länder und eine konkrete Richtung für Zulassungen beziehungsweise Marktzugänge.

Schweiz, Italien und weitere Schritte

In der Schweiz und in Italien gibt es bereits erste Kunden. Für weitere Märkte wird schrittweise geplant.

Deutschland, Österreich und die USA

Die nächsten Ziele umfassen:

  • Österreich
  • Deutschland (mit dem Ziel, gelistet zu werden)
  • Vereinigte Staaten mit Blick auf eine FDA (als zeitlicher Rahmen wurde „nächstes Jahr“ genannt)

Warum Remimbursement eine Rolle spielt

Ein weiterer Punkt, der in der Diskussion auftauchte: In manchen Ländern bezahlt das Gesundheitssystem Physiotherapie nicht im gleichen Umfang. Das könne für Patienten ein Kostenproblem sein.

In solchen Kontexten kann eine hybride Lösung wie Allimb helfen, Therapie teilweise zu ermöglichen, ohne dass die komplette Behandlung nur über Studio-Termine läuft.

Kosten für Physiotherapeuten: laut Aussage kostenlos

Für viele Praxen ist die Frage nach Kosten entscheidend. Dazu wurde eine klare Aussage getroffen:

Für Physiotherapeuten ist die Software komplett kostenlos.

Es gibt keine Kosten, keine Bindung und keine Verpflichtungen. Nutzer können sie haben und nutzen oder auch nicht.

Falls die Software genutzt wird, kann es in dem jeweiligen Land eine Abrechnung geben. Wie genau das geregelt ist, hängt laut Gründerteam vom jeweiligen Land ab, weil es in Europa auf Gesundheitsebene keine Harmonisierung gibt.

Warum Innovation in der Physiotherapie nicht nur „nice“ ist

Am Ende wurde eine Empfehlung ausgesprochen, die für Physiotherapie Bonn besonders gut passt: Innovation lässt sich nicht „wegdenken“, sondern muss in Kooperation mit den Praktizierenden entstehen.

Die Gründer raten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten, „der Innovation keinen Riegel vorzuschieben“. Sie argumentieren, dass das nicht funktionieren würde. Stattdessen sollen Therapeutinnen und Therapeuten nach Lösungen suchen, die mit ihnen zusammenarbeiten.

Außerdem wird ein Marktproblem genannt: Bei manchen Anbietern steigen die Preise für Software angeblich jährlich stark. Und andere Lösungen seien stand-alone zugelassen und hätten das Ziel, den Physiotherapeuten eher auszuschließen.

Allimb stellt dem gegenüber bewusst die Positionierung, als Add-on zu funktionieren. Ziel ist, die schnelle Umsetzung und die Verbesserung von Gesundheitsleistungen zu unterstützen, während die professionelle Therapie im Zentrum bleibt.

FAQ

Ist Allimb eine App, die Patienten ersetzt, oder unterstützt sie Physiotherapeuten?

Allimb soll Physiotherapeuten unterstützen und Patienten begleiten, aber den Physiotherapeuten nicht ersetzen. Es ist ein Tool für die Zusammenarbeit, damit Therapie zu Hause besser umgesetzt werden kann.

Braucht der Patient Sensoren oder spezielle Hardware?

Nein. Laut den Aussagen braucht der Patient nur sein Handy. Es sind keine zusätzlichen Sensoren erforderlich.

Wie erfolgt die Korrektur durch die KI?

Die App korrigiert in Echtzeit visuell und akustisch, sobald der Patient Fehler in den Bewegungen macht.

Wer erstellt den Trainings- oder Behandlungsplan?

Bei Pathologien muss der Plan laut den Gründern von einem Physiotherapeuten erstellt werden. Prävention kann laut Beschreibung auch als Benefit in Unternehmen genutzt werden.

Was bekommt der Physiotherapeut als Information zurück?

Der Physiotherapeut erhält nur Eckpunkte der durchgeführten Übungen. So kann er sehen, wie eine Übung ausgeführt wurde, um gezielt im nächsten Schritt anzusetzen.

Welche Sprachen unterstützt Allimb?

Allimb ist laut den Aussagen unter anderem in Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch und Arabisch verfügbar.

Wie stehen die Kosten für Physiotherapeuten?

Laut Aussage der Gründer ist die Nutzung für Physiotherapeuten komplett kostenlos. Eine Abrechnung kann je nach Land und Nutzungsszenario erfolgen.

Wie weit ist Allimb mit dem Markteintritt?

Es gibt laut den Aussagen erste Kunden, u.a. in der Schweiz und in Italien. Weitere Schritte sind in Österreich, Deutschland und den USA geplant, mit Blick auf Zulassungen wie FDA.

Fazit: KI in der Physiotherapie braucht Kooperation, nicht Konkurrenz

Wenn man die Aussagen zur Allimb App zusammenfasst, wird ein roter Faden sichtbar: KI soll helfen, aber sie muss in den richtigen Händen bleiben. Die App setzt auf Echtzeit-Korrektur, einfache Bedienung (nur Handy), mehrsprachige Nutzung und vor allem auf ein Modell, bei dem Physiotherapeuten die Behandlung planen und die App die häusliche Umsetzung verbessert.

Genau hier liegt der Bezug zur Physiotherapie Bonn: Wenn Behandlung erfolgreicher sein soll, reicht der Termin im Studio allein oft nicht aus. Dann wird jede Technologie wertvoll, die Patienten zu Hause unterstützt, ohne die therapeutische Verantwortung zu verwässern.

Ob Allimb sich in Deutschland durchsetzt, hängt von weiteren Schritten wie Listungen und Zulassungsprozessen ab. Aber das Konzept ist zumindest so formuliert, dass es auf eine Zukunft zielt, in der Mensch und Maschine gemeinsam arbeiten.

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