
Wenn beim Gehen, Treppensteigen oder nach längerer Belastung plötzlich Schmerzen am äußeren Oberschenkel auftreten und danach nicht sofort wieder verschwinden, steckt häufig ein Problem an der seitlichen Hüfte dahinter. Eine sehr typische Diagnose in diesem Zusammenhang ist die gluteale Tendinitis, im Bereich der Kodierung oft unter M76 geführt.
In der Physiotherapie Bonn begegnen mir solche Beschwerden immer wieder. Viele wissen: “Ich habe eine Verordnung für Physiotherapie.” Aber die eigentliche Frage bleibt: Was bedeutet die Diagnose? Warum entstehen die Schmerzen? Und vor allem: Was kann ich selbst tun, um mich wieder besser zu fühlen?
Ich erkläre dir Schritt für Schritt, was meist dahinter steckt, woran du Hinweise erkennen kannst und welche Übungen bei einer glutealen Tendinitis sinnvoll sein können.
Die Diagnose “gluteale Tendinitis” meint ganz konkret: Eine Sehne im Gesäßbereich ist entzündet oder gereizt. Das führt typischerweise zu Schmerzen, die oft bei Belastung einsetzen und über längere Zeit anhalten können.
Viele Betroffene spüren den Schmerz seitlich am Oberschenkel. Das ist wichtig, weil die schmerzhafte Region zwar “am Oberschenkel” wirkt, die Ursache aber häufig in der seitlichen Hüft- und Gesäßregion beginnt.
Ein sehr typisches Muster entsteht durch Überlastung und Muskeldisbalancen. Im Alltag oder im Training kann das zum Beispiel bedeuten, dass eine Struktur wiederholt falsch oder zu stark belastet wird.
Häufig wird das Beschwerdebild dem Tractus iliotibialis zugeordnet. Das ist diese flache, feste “Sehnenstruktur”, die vom Gesäßbereich über den äußeren Oberschenkel in Richtung Kniebereich zieht.
Wenn Muskeln auf der einen Seite nicht optimal mitarbeiten, kann beispielsweise der Quadrizeps im Verhältnis zu anderen Strukturen “zu viel arbeiten”. Dadurch wird die Sehnenstruktur im Verlauf unter Umständen falsch oder zu stark belastet. Das kann Schmerzen auslösen.
Du kannst dir einen einfachen Selbstcheck geben:
Wichtig: Diese Orientierung ersetzt keine Untersuchung. Aber sie hilft, das eigene Muster besser einzuordnen.
Die Diagnose schließt nicht nur eine Sehnenentzündung aus. Im Hüftbereich gibt es zahlreiche Schleimbeutel, die ebenfalls gereizt sein können. Gerade wenn eine Sehne oder ein Bereich wiederholt “angerissen” wird, kann sich daraus mit der Zeit ein Schmerz entwickeln, der immer wieder kommt.
Ein weiteres wichtiges Konzept sind chronische Schmerzen. Von chronisch spricht man oft dann, wenn Beschwerden länger als 6 Monate anhalten und durchgehend über diese Zeit bestehen. (Kurz gesagt: nicht nur ein “einmal gezogener Muskel”, sondern ein anhaltendes Reizzustandssystem.)
Wenn du dich fragst, warum es so schlimm ist und was du dagegen tun kannst, ist eine hilfreiche Denkweise: Du musst die betroffene seitliche Kette nicht nur “stärken”, sondern auch in eine bessere Belastbarkeit bringen.
Im Kern geht es um zwei Ziele:
Ich möchte, dass du konkret etwas ausprobieren kannst. Genau deshalb kommen jetzt zwei Übungen, die sich in der Praxis bewährt haben.
Diese Übung zielt darauf ab, die gesamte seitliche muskuläre Kette zu adressieren. Gleichzeitig geht es darum, die Beschwerden mit der richtigen Technik zu entlasten und zu beobachten, wie der Körper reagiert.
Die seitliche Kette kann so von “oben heraus” entlasten. Gleichzeitig bereitest du deine Strukturen auf die nächste Belastung vor.
Wenn sich der Schmerz in der typischen Region reduziert oder sich die Belastbarkeit verbessert, ist das ein positives Feedback. Wenn der Schmerz deutlich stärker wird oder du “eingesperrt” in einer ungünstigen Position bleibst, solltest du die Intensität senken oder abbrechen und die Übung anpassen lassen.
Bei dieser Übung machst du etwas, das viele bei Sehnenproblemen unterschätzen: Du setzt die betroffene Struktur kontrolliert unter Belastung. Dabei schau genau hin, wie sie reagiert. Es geht nicht um “durchbeißen”, sondern um eine steuerbare Reaktion.
Je nach Situation kann sowohl eine Kräftigung als auch eine Mehrdurchblutung positiv wirken und Beschwerden lindern.
Der wichtige Gedanke ist zweigeteilt:
Starte mit einem verträglichen Volumen:
Mach die Übung auf beiden Seiten. Gerade bei Hüftbeschwerden ist die seitliche Kette oft “im Gesamtbild” beteiligt.
Viele brechen solche Übungen ab, weil sie sich im ersten Moment nicht “richtig” anfühlen. Dabei ist die richtige Reizsteuerung entscheidend. Wenn du die Positionen sauber hältst und die Bewegung kontrolliert ausfährst, kann die Struktur lernen, wieder besser zu reagieren.
Ein guter Maßstab ist: Die Beschwerden verändern sich. Das kann heißen: weniger Schmerz, geringere Schmerzspitze bei Belastung oder schnelleres “Ankommen” in eine angenehmere Funktion.
Selbsthilfe ist stark, aber nicht allein genug, wenn der Schmerz sich über längere Zeit hält oder immer wieder zurückkommt. In der Physiotherapie Bonn wird häufig genau das kombiniert:
Gerade wenn die Beschwerden schon länger bestehen, ist eine individuelle Einordnung besonders wertvoll.
M76 wird im Zusammenhang mit Beschwerden aus dem Hüft- und Gesäßbereich verwendet und steht häufig in Verbindung mit einem Sehnen- oder Entzündungsbild. In diesem Kontext passt die Beschreibung zu einer glutealen Tendinitis, also einer gereizten oder entzündeten Sehnenstruktur im Gesäß-/Hüftbereich.
Weil Strukturen entlang der seitlichen Hüfte und des Oberschenkels zusammenarbeiten. Eine gereizte Sehne oder ein Schleimbeutel im Hüftbereich kann sich bis in den Bereich äußern, der sich “am Oberschenkel” bemerkbar macht. Zusätzlich spielt der Tractus iliotibialis in dem Muster häufig eine Rolle.
Ja, das wird ausdrücklich als Möglichkeit genannt. Im Hüftbereich gibt es viele Schleimbeutel, die bei Überlastung und wiederholtem Reiz ebenfalls entzündet sein können. Daher kann das Beschwerdebild nicht nur eine Sehne allein sein.
Eine sehr große. Wenn zum Beispiel andere Muskelgruppen zu stark oder zu wenig arbeiten, wird eine Sehne unter Umständen ungünstig belastet. Das kann sich durch Schmerzen bei Belastung bemerkbar machen und mit der Zeit chronischer werden.
Achte darauf, ob sich die Symptome verändern. Das kann weniger Schmerz sein, weniger Druckschmerz oder eine bessere Reaktion der betroffenen Region auf Belastung. Wenn die Beschwerden deutlich stärker werden, passe die Intensität an oder lass die Technik prüfen.
Für den Start werden Wiederholungen zwischen 6 und 12 genannt, mit 1 bis 2 Durchgängen. Wichtig ist, dass du mit einer sauberen, kontrollierten Technik arbeitest und die Reaktion deiner Strukturen beobachtest.
Dann spricht man häufig von chronischen Schmerzen. In so einem Fall lohnt es sich besonders, Physiotherapie ergänzend einzubinden, um Ursachen, Reizmuster und Belastungssteuerung genauer anzupassen.
Gluteale Tendinitis am äußeren Oberschenkel ist oft ein Zeichen dafür, dass eine seitliche Hüft- und Sehnenstruktur überlastet oder ungünstig belastet wurde. Es muss aber nicht so bleiben.
Wenn du die zwei Übungen sauber umsetzt, die seitliche Kette vorbereitest und kontrolliert Reize setzt, kannst du deine Strukturen Schritt für Schritt wieder in Richtung Belastbarkeit bringen.
Wichtig: Wenn du dir unsicher bist oder die Beschwerden trotz Anpassungen länger anhalten, ist eine Untersuchung sinnvoll. Genau dann kann Physiotherapie Bonn helfen, das Muster besser einzuordnen und die Übungen passgenau zu steuern.
Probier die Übungen aus und notiere dir, wie sich Schmerz und Beweglichkeit anfühlen. Kleine Beobachtungen sind oft der schnellste Weg zu passenden Anpassungen.
Hinweis zur Sicherheit: Diese Informationen dienen der Selbsthilfe und ersetzen keine persönliche ärztliche oder physiotherapeutische Untersuchung. Schmerzen können verschiedene Ursachen haben, die sich aus der Ferne nicht sicher beurteilen lassen.
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