In diesem Beitrag, basierend auf dem Podcast Medizin 3.0 des Kanals Gute Gelenke mit Ivan Golovko, erzähle ich aus meiner Perspektive, wie ich als Physiotherapeut in Bonn begonnen habe, welche Erfahrungen ich als Unternehmer gesammelt habe, warum Ultraschalldiagnostik in der Physiotherapie für mich so wichtig ist und wie ich nebenbei auf die Bühne als Comedian gelandet bin. Ich möchte meine Geschichte und meine Erkenntnisse teilen — ehrlich, direkt und pragmatisch — und dir konkrete Anregungen geben, egal ob du in der Physiotherapie arbeitest, über Fortbildungen nachdenkst oder einfach wissen willst, wie man mehrere Leidenschaften vernünftig kombiniert.
Ich bin seit rund 15 Jahren Physiotherapeut. Meine Leidenschaft für Bewegung und Heilung war schon früh da — das ist der Grund, warum ich diesen Beruf gewählt habe. Die Arbeit mit Menschen, das Herausfinden der Ursachen von Beschwerden und die systematische Herangehensweise, die Physiotherapie erlaubt, fesseln mich bis heute.
Warum Bonn? Ganz praktisch: Hier habe ich mein Netzwerk aufgebaut, meine Praxen geführt und mich als Dozent engagiert. Physiotherapie Bonn ist für mich nicht nur ein Ort, sondern auch ein Umfeld mit einer speziellen Patientenstruktur, Kooperationspartnern und einem lokalen Bedarf an innovativen Konzepten — etwa Ultraschalldiagnostik in der Praxis. Wer in Bonn arbeitet, kennt die Balance aus städtischem Umfeld und regionalen Bedürfnissen: das ist eine gute Basis, um neue Dinge auszuprobieren.
Meine berufliche Reise war nicht linear. Ich war Barkeeper, wurde dann Physiotherapeut, arbeitete angestellt und gab schließlich mehrere Praxen auf — einige habe ich aufgebaut und verkauft, andere habe ich aus persönlichen oder wirtschaftlichen Gründen abgegeben. Eines meiner großen Projekte war ein großes Zentrum, in dem ich manualtherapeutische Behandlung, Gerätetraining, Ernährungsberatung, Prävention und Heilpraktik unter einem Dach vereinen wollte. Das war mein Traum: ein interdisziplinäres Zentrum, in dem Patienten alles aus einer Hand bekommen.
Das Zentrum war modern, die Nachfrage war da, und wir hatten einen sehr guten Patientenstamm. Dennoch musste ich zugestehen: das Modell war personell kaum tragbar. Die Räume, das Konzept, sogar die Patienten waren kein Problem – es war der Fachkräftemangel, der das Projekt wirtschaftlich fast unmöglich machte. Als Alleininhaber hatte ich schlicht nicht die Kapazität, ein großes Team dauerhaft zu halten und zu führen. Die Belastung auf emotionaler und administrativer Ebene war zu groß.
Was ich daraus gelernt habe: ein groß angelegtes Gesundheitszentrum braucht nicht nur Kapital, sondern vor allem ein nachhaltiges Personalkonzept oder andere externe Partner (Investoren, Management-Teams). In Zeiten, in denen nicht genug Fachkräfte nachrücken, ist Wachstum oft riskanter als es auf den ersten Blick aussieht. Das gilt natürlich auch in Bonn — oder überall, wo engagierte Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten Lücken erkennen, aber nicht genug junge Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung haben.
Der Fachkräftemangel ist Realität. Ich hatte in meinen kleineren Praxen noch gute Bewerberströme, aber ab einer gewissen Praxengröße wurde die Suche nach qualifizierten, verlässlichen Therapeuten zur Daueraufgabe. Das führt zu mehreren Problemen:
Es ist paradox: Viele von uns haben eine echte Passion für den Beruf, sind bereit, Zeit und manchmal sogar Geld in die Ausbildung zu investieren. Dennoch ist die Zahl derjenigen, die tatsächlich Praktika machen, sich weiterbilden und dauerhaft in den Beruf einsteigen, nicht ausreichend, um den Bedarf zu decken. Das hat Konsequenzen für Unternehmer in Bonn und anderswo.
Ein häufig diskutiertes Thema ist der 20-Minuten-Behandlungs-Takt. Viele Kolleginnen und Kollegen sagen: "Mit 20 Minuten kann man nicht vernünftig behandeln." Meine Erfahrung ist eine andere: wenn du in 20 Minuten nicht zielorientiert arbeiten kannst, hast du oft die Ursache des Problems nicht richtig erfasst. Gute Fortbildungen, ein klarer Behandlungsplan und fokussierte Interventionen erlauben es, auch in kurzer Zeit wirksame Schritte zu setzen.
Die Herausforderung entsteht oft erst bei längeren Zeittakten. Wenn man 40 oder 60 Minuten zur Verfügung hat, wissen viele nicht, wie die zusätzliche Zeit sinnvoll zu nutzen ist — weil das Problem bereits adressiert wurde oder weil die Behandlungsstruktur fehlt. Das heißt: Qualität kommt nicht automatisch mit mehr Zeit, sondern mit besserer Diagnostik, Struktur und Zielorientierung.
In Bonn, wie in vielen anderen Städten, ist es deshalb wichtig, die eigene Organisation und das Zeitmanagement zu optimieren. Dabei helfen klare Protokolle, patientenorientierte Ziele und Fortbildungen zur Effizienzsteigerung.
Für mich ist die Ultraschalldiagnostik ein Meilenstein in der physiotherapeutischen Diagnostik. Ultraschall erlaubt uns, Strukturen in Echtzeit zu sehen, dynamisch zu beurteilen und so bessere Therapieentscheidungen zu treffen. Obwohl Deutschland in diesem Bereich ausbaufähig ist, sehe ich beim Unterrichten immer wieder enorme Motivation und Begeisterung bei Kolleginnen und Kollegen.
Wichtig zu verstehen ist:
Ich unterrichte regelmäßig, weil ich möchte, dass angehende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten dieses Werkzeug früh kennenlernen. Wenn wir bei Physiotherapie Bonn und ähnlichen Ausbildungsorten Ultraschall in die Curricula integrieren können, würden wir langfristig die Qualität der Versorgung erhöhen.
Wenn du mit Ultraschall startest, glaubst du oft sehr schnell, viel zu wissen — das ist der sogenannte "Mount Stupid". Nach ersten Erfolgen folgt häufig ein Tief, in dem man merkt, wie komplex die Interpretation ist. Der Schlüssel ist dranbleiben, regelmäßig üben und Feedback suchen. Ich habe persönlich viele Strukturen gescannt — sogar meine Frau, manchmal aus Spaß — und nur durch konsequente Wiederholung wurde ich sicherer.
Die Frage nach dem richtigen Gerät hängt vom Anwendungsfall ab:
Preislich solltest du realistischerweise von mehreren tausend Euro ausgehen — grob 10.000–20.000 Euro sind eine realistische Range für gute mobile Geräte im orthopädischen Bereich. Natürlich ist die Erfahrung des Anwenders entscheidender als das teuerste Gerät: ein erfahrener Untersucher erkennt auch mit "einfacherer" Ausstattung viel.
Bei mir war der Einstieg pragmatisch: zuerst Lernen, dann Gerät, dann Routine. Ich habe anfangs kostenlos oder günstig gescannt, um Erfahrung zu sammeln und das Angebot bei den Patienten bekannt zu machen. Das hatte auch einen Marketingeffekt: Patienten, die das Angebot kennen, kommen gezielt wieder oder empfehlen weiter.
Später entstanden Selbstzahlerangebote für gezielte Ultraschalldiagnostik kombiniert mit Therapie — besonders bei akuten Sportverletzungen oder für eine "zweite Meinung". Die Kombination mit Stoßwellentherapie hat sich ökonomisch wie therapeutisch als sehr sinnvoll erwiesen: wir schießen nicht mehr "auf Verdacht", sondern planen gezielt.
Ich persönlich arbeite seit vielen Jahren mit Stoßwelle und halte sie in vielen Indikationen für einen Goldstandard. In Kombination mit Ultraschall kannst du Therapieentscheidungen sofort begründen: Ist eine Verkalkung sichtbar? Ist da eine Rissbildung? Das erhöht die Compliance des Patienten und die Behandlungsqualität.
Ich hatte immer wieder diesen inneren Wunsch: etwas ausprobieren, das nichts mit meinem alltäglichen Berufsbild zu tun hat — Comedy war das, was mich gereizt hat. Mit 42 habe ich beschlossen, es nicht länger nur zu denken, sondern zu tun. Ich habe mich bei einem Open Mic angemeldet, niemanden informiert (nicht einmal meine engsten Freunde zuerst) und sieben bis acht Minuten auf der Bühne probiert.
Das Feedback war sehr gut und ich merkte schnell: Auf der Bühne kann ich eine andere Seite von mir zeigen. Als Physiotherapeut wird man oft als seriös und erklärend wahrgenommen; auf der Bühne habe ich die Freiheit, humorvoll zu sein und über Situationen zu sprechen, die mich privat und beruflich bewegen.
Meine Themen sind Alltag, Familie, Beruf — und natürlich Physiotherapie. Mein Soloprogramm heißt "Lachen für die Gesundheit". Ich mache mich nicht über Patienten lustig, sondern über mich selbst, über Situationen und skurrile Erlebnisse aus dem Praxisalltag. Das verbindet beides: die Gesundheitsthematik mit Unterhaltung.
Der typische Einstieg in die Szene sind Open Mics — das sind Testbühnen, auf denen sowohl Newcomer als auch etablierte Künstler neue Bits ausprobieren. Ich fing dort an, sammelte Erfahrung, bekam Kontakt zu Veranstaltern und wurde nach und nach für größere Shows gebucht. Heute trete ich regelmäßig auf, moderiere und entwickle mein Soloformat weiter.
Viele fragen mich: "Wie schaffst du das alles?" Die Antwort ist: nicht immer perfekt. Ich habe zwei Kinder, eine Partnerin und Verpflichtungen in meiner Praxis. Deswegen ist Comedy für mich kein Hobby, das ich nebenbei halbherzig betreibe — ich nehme es professionell, doch ich möchte nicht, dass die Bühne mein Familienleben ersetzt.
Vollzeit-Comedian zu werden würde bedeuten, tagelang unterwegs zu sein — Hamburg, Berlin, Stuttgart — und damit viel Zeit zu verlieren, die ich mit meiner Familie und in der Praxis priorisiere. Langfristig wäre es toll, von Comedy leben zu können, aber im Moment ist die Mischung aus Praxis, Lehre und Bühne genau richtig für mich.
Social Media ist ein mächtiges Werkzeug. Für mich wurde es wichtiger, seit ich Comedy mache. In der Praxis war Social Media nie zwingend nötig — gute Vernetzung und Empfehlungen reichen oft — aber als Künstler ist Instagram, gelegentlich YouTube und potenziell TikTok enorm wichtig.
Meine Erfahrungen:
Aufträge und Gigs kommen heute häufig über Social Media zustande — Veranstalter sehen deinen Content, merken, ob du zur Veranstaltung passt, und schreiben dich an. Auch innerhalb von Bonn entsteht so schnell Sichtbarkeit für neue Angebote.
KI ist überall ein Thema — in der Erstellung von Inhalten, in Administration und auch in der Diagnostik. Meine Einstellung ist: KI kann unterstützen, ersetzen aber nicht den Menschen. In der Physiotherapie kann KI administrative Aufgaben erleichtern (Dokumentation, Berichte), in der Diagnostik kann sie Mustererkennung beschleunigen (z. B. bei MRT, CT, Ultraschall), aber sie bleibt ein Hilfsmittel.
Besonders wichtig ist Folgendes:
In der Comedy sehe ich weniger Gefahr: Die Bühne verlangt Persönlichkeit, Timing und Authentizität — das kann eine KI nicht ersetzen. Sie kann höchstens bei der Texterstellung assistieren.
Für Kolleginnen und Kollegen, die in Bonn oder anderswo Ultraschall einführen möchten, hier ein pragmatischer Fahrplan:
Wenn du etwas im Kopf hast, das du immer mal ausprobieren wolltest — sei es ein neues Fortbildungsfeld wie Ultraschalldiagnostik, ein künstlerisches Projekt oder eine Praxisidee — mein Rat ist: Mach es. Du musst es nicht gleich Vollzeit machen. Fang klein an, teste, lerne und wenn es passt, skaliere. Ich habe die Comedy nicht in großem Stil geplant, sondern Stück für Stück aufgebaut. Das hat mir gezeigt: Neues auszuprobieren erweitert nicht nur den beruflichen Horizont, sondern macht das Leben reicher.
Und zum Schluss: Wenn du in Bonn arbeitest oder Angebote suchst — sei offen für Kooperationen, Fortbildungen und Austausch. Netzwerke sind oft der Schlüssel, um Projekte realistisch umzusetzen.
A: Realistisch solltest du mit 10.000–20.000 Euro für ein gutes mobiles Gerät rechnen. Pocket-Systeme sind günstiger, aber meist qualitativ limitiert für den orthopädischen Einsatz.
A: Kurzfristig vielleicht nicht sofort. Langfristig ist Ultraschall ein Qualitätsmerkmal, erhöht die Patientenbindung und ermöglicht zusätzliche Selbstzahlerangebote (z. B. schnelle Diagnostik, Stoßwelle kombiniert mit Bildgebung). Wichtig ist, dass du dich selbst genug damit trainierst, um das Gerät effizient zu nutzen.
A: Ja, du darfst Ultraschall anwenden, allerdings ist die diagnostische Interpretation rechtlich sensibel. Viele Kollegen bilden sich deshalb zusätzlich fort (z. B. Heilpraktikerweiterung oder spezielle Zertifikate). Wichtig ist: ordentliche Fortbildung, Dokumentation und klare Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten.
A: Ja — wenn du strukturiert arbeitest, klar Diagnosen stellst und zielorientierte Interventionen anwendest. Mehr Zeit bedeutet nicht automatisch bessere Behandlung; es kommt auf die Qualität der Analyse und die therapeutische Strategie an.
A: Aktive Vernetzung mit Schulen, Ausbildungsstätten und lokalen Netzwerken ist essenziell. Biete praktikable Fortbildungen, gute Arbeitsbedingungen und Mentoring an — das hilft, Talente zu gewinnen und zu halten.
A: Ja, viele meiner Kolleginnen und Kollegen haben kreative Nebenprojekte. Wichtig ist, Prioritäten zu setzen, realistisch zu planen und familiäre Verpflichtungen zu berücksichtigen. Du kannst klein starten (Open Mic) und schauen, wie es sich entwickelt.
A: Für die reine Patientenversorgung ist Social Media nicht zwingend notwendig, aber es hilft bei Sichtbarkeit, Positionierung und Kommunikation neuer Angebote — besonders, wenn du spezielle Leistungen wie Ultraschall anbietest oder Fortbildungen machst.
A: KI wird administrative Aufgaben erleichtern und kann in der Bildanalyse unterstützen. Aber die klinische Einschätzung und individuelle Therapieführung bleiben menschliche Kernkompetenzen. Nutze KI als Unterstützung, nicht als Ersatz.
Wenn du Fragen hast, in Bonn arbeitest oder über Ultraschall, Stoßwelle, Fortbildung oder auch Comedy reden willst — melde dich. Austausch macht uns besser. Und wenn du etwas im Kopf hast, was du schon immer wollte: Fang an. Man muss es nicht gleich Vollzeit tun. Klein anfangen, dranbleiben, lernen und dann wachsen lassen — das ist mein Motto.
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